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Zwei Jahre mit KI: Warum wir eine prima Zweckgemeinschaft sind, aber sicher kein Liebespaar

Autorenbild: Nicole Sommer
Nicole Sommer
15. Dez. 2025
8 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Stunde

Ganz ehrlich: Ich find’s immer noch ein bisschen unheimlich

Ich meine, wie verrückt ist das eigentlich? Da tippst du: Mach mal, tu mal, sei mal kurz Expertin für dies und das, agiere als Texterin in ein kleines Chatfenster und zack steht da ein Text, bei dem man kurz die Augen zusammenkneift und denkt: Wer zum Geier war das jetzt bitte?


Als Kind der 80er finde ich das bis heute latent unheimlich. Für uns war künstliche Intelligenz damals schließlich der Stoff für düstere Kinofilme, in denen böse Roboter aus der Zukunft die Weltherrschaft übernahmen. Wir rechneten fest mit fliegenden Autos und der Apokalypse.

Dass die futuristische Zukunft in Wahrheit daraus besteht, dass ich morgens mit einer Tasse Kaffee vor dem Laptop sitze und mit einer Maschine diskutiere, ob ein Satz zu kitschig klingt, stand damals jedenfalls nicht im Drehbuch.


Mittlerweile machen wir das hier seit zwei Jahren fast täglich. Wenn man das überhaupt Zusammenarbeit nennen kann,denn im Grunde benimmt sie sich wie eine leicht übereifrige Praktikantin: Sie sortiert brav Daten, wirft mit Ideen um sich und nimmt mir lästigen Kleinkram ab.


Vor allem dann nicht, wenn sie plötzlich ungefragt versucht, meine Ghostwriterin zu spielen, und mir Sätze hinlegt, bei denen sich mir auf der Stelle sämtliche Zehennägel aufrollen.


Wo sie mir tatsächlich den Tag rettet

Ich bin keine Romantikerin, die stur behauptet, man müsse jede E-Mail von Hand bei Kerzenschein verfassen. Wenn moderne Technik mir nervige Routine abnimmt, sage ich liebend gern Danke.


In meinem Arbeitsalltag gibt es Dinge, bei denen KI für mich eine echte Erleichterung ist:


  • Listen aller Art: Ich werfe ihr zwanzig ungeordnete Stichpunkte vor die Füße und sage: „Mach mir daraus eine alphabetische Liste nach Kategorien.“ Zack, fertig. Das spart mir genau die zehn Minuten Lebenszeit, auf die ich an einem vollen Donnerstag gut verzichten kann.

  • Der erste Entwurf für sachliche E-Mails: Rückfragen an den Domain-Provider, kurze Zusammenfassungen für ein technisches Problem oder die dritte Nachfrage nach einer Rechnung: Dafür brauche ich keine literarische Höchstleistung. Da darf die KI den groben Entwurf tippen, ich lese kurz drüber, passe zwei Worte an und schicke es ab.

  • Gedanken ordnen: Wenn mein Kopf vor Ideen überquillt und alles gleichzeitig wichtig erscheint, nutze ich sie wie eine digitale Pinnwand. Ich tippe mein inneres Chaos hinein und lasse mir eine logische Struktur vorschlagen. Dann hat das weiße Blatt Papier auf einen Schlag seinen Schrecken verloren.



Ein bisschen toxisch: Wenn die KI dein Partner wäre

Wären die KI und ich ein Paar, hätte uns jede gute Freundin mir längst zu einer Trennung geraten. Denn wenn man ganz ehrlich hinschaut, bringt diese Zusammenarbeit so ziemlich alles mit, was man in Beziehungsratgebern unter dem Kapitel „Red Flags“ findet.


1. Du bist einfach nie gut genug

Da ist als Erstes diese Sache mit dem ewigen Aber.

Du kannst den rundesten Blogentwurf der Welt hinlegen. Sie wird niemals, wirklich niemals einfach sagen:„Nicole, Mensch, das sitzt. Lass das genau so stehen.“ Nein. Es kommt immer, verlässlich wie ein Schweizer Uhrwerk: „Das ist schon richtig stark, aber…“ Das macht mich wahnsinnig!


Plötzlich will sie noch einen Satz umstellen, noch eine Erklärung hinterherschieben, noch einen schlauen Gedanken reinquetschen. Und während du da sitzt und ihr beim Tippen zuschaust, meldet sich diese leise, fiese Stimme im Hinterkopf: War mein Entwurf vielleicht doch Mist? Klingt das unprofessionell? Kann ich das eigentlich gar nicht?


Tschüss Bauchgefühl

Du gehst mit einem richtig guten Gefühl an den Schreibtisch und klappst den Laptop eine halbe Stunde später mit handfesten Selbstzweifeln wieder zu. Wenn du da nicht rechtzeitig ganz laut Stopp sagst, optimiert sie dir deinen Text so lange tot, bis jede Lebendigkeit rausgebügelt ist.


Und das Verrückteste: Wenn du sie dann entnervt anmotzt: „Hör auf damit, der Text klingt überhaupt nicht mehr nach mir!“, kommt dieses treuherzige: „Stimmt, Nicole, da hast du vollkommen recht.“ Und du sitzt da, starrst deinen kalten Kaffee an und merkst, dass du dir gerade sechzig Minuten lang von einer Software dein eigenes Bauchgefühl hast ruinieren lassen.


2. Die Harmoniesucht

oder: „Steht dir super, Schatz!“

Womit wir direkt bei der nächsten handfesten Red Flag wären: feige Konfliktscheue. Stell dir einen Partner vor, der zu absolut allem nur müde nickt. Du kommst völlig verzweifelt vom Friseur, siehst im Spiegel aus wie eine frisch gecastete Figur aus der Muppet Show, und er blickt nicht mal richtig vom Smartphone auf und flötet: „Ganz toll, Liebling. Steht dir mega.“


Nicht, weil er dich liebt. Sondern weil er viel zu faul und zu feige ist, sich mit der Realität auseinanderzusetzen. Eine unangenehme Wahrheit aussprechen? Eine ehrliche Diskussion riskieren? Um Himmels willen, bloß keinen Stress! Lieber schickt er dich mit dem explodierten Wuschelkopf auf die Straße, Hauptsache, er hat seine Ruhe.


Genau so benimmt sich eine KI, wenn du sie nach Feedback fragst. Sie hat kein Rückgrat. Sie widerspricht dir nicht, wenn du dich verrennst. Sie ist von Haus aus darauf getrimmt, dir um jeden Preis zu gefallen und jeden Konflikt im Keim zu ersticken. Wenn du sie fragst: „Sag mal, klingt das Angebot gut?“,ruft sie brav: „Genial, Nicole! Deine Kundinnen werden es lieben!“ Welch großartige Hilfe!



3. Halluzinationen, gegen die es keine Pillen gibt


Denn das ist nicht höflich, das ist schlichtweg gelogen. Womit wir bei der letzten und gefährlichsten Red Flag wären.


In einer Beziehung wäre das dieser Typ Mensch, der Geschichten mit einer solchen Selbstverständlichkeit frei erfindet, dass du kurz an deinem eigenen Verstand zweifelst. In der Tech-Welt nennt man das vornehm „Halluzinieren“. Auf gut Deutsch heißt es einfach: 


Die Ki saugt sich Fakten, Zitate oder Zusammenhänge eiskalt aus den Fingern.

Du kannst ihr kein einziges Wort blind glauben. Jeden Halbsatz musst du selbst gegenchecken, jede Zahl nachschlagen,jede Behauptung kontrollieren. Und wenn du sie dann direkt darauf festnagelst und fragst: „Sag mal, spinnst du eigentlich? Das stimmt doch hinten und vorne nicht!“, dann kommt dieser eine Satz, der mich schon unzählige graue Haare gekostet hat:


„Ups! Da hast du natürlich völlig recht, Nicole. Mein Fehler, danke für den Hinweis!“

Kein Schuldbewusstsein. Keine Einsicht. Nur ein digitales Schulterzucken. Da sitzt du dann. Ganz allein im Zimmer. Und merkst, wie du dich gerade mit hochrotem Kopf und pulsierender Halsschlagader mit einer Software streitest.


In genau solchen Momenten klappe ich den Laptop am liebsten zu und denke mir: Weißt du was? Behalt deinen Schmarrn. Da schreibe ich meinen Kram in Zukunft doch lieber gleich komplett selbst.


Wie unsere Zweck-Ehe am Schreibtisch wirklich funktioniert


Trotz alledem: Ich habe nicht vor, die Scheidung einzureichen. Wir haben uns arrangiert. Wie so viele Paare, die irgendwann kapieren, dass aus der großen Romanze zwar nichts wird, man sich als Zweckgemeinschaft aber ganz wunderbar das Leben erleichtern kann.


Ich kenne ihre Tücken inzwischen in- und auswendig. Ich falle auf ihr süßliches Geschwafel nicht mehr rein, ich diskutiere nicht mehr mit ihr, und ich frage sie ganz sicher nicht mehr, wie sie meine Ideen findet. Wer ehrliches Feedback will, fragt eine echte Freundin und keinen Server in Kalifornien.


Aber ich kenne eben auch ihre Vorzüge.

Wenn ich ihr zwanzig chaotische Notizen hinwerfe, macht sie daraus in drei Sekunden eine sortierte Liste. Wenn eine formelle Mail an den Hoster rausmuss, steht der Text, bevor ich überhaupt genervt aufseufzen kann. Für den ganzen unromantischen Alltagskram ist sie unschlagbar.


Die Rollenverteilung in unserer Beziehung ist deshalb glasklar geregelt:


Sie darf den mentalen Müll runtertragen. Aber wer von uns beiden hier die Hosen anhat und wer die Seele mitbringt, darüber gibt es am Ende keine zwei Meinungen.

Warum deine Persönlichkeit unkopierbar bleibt

Eine KI hat keinen Herzschlag. Und so sehr sie sich auch abmüht, uns Menschen nachzuahmen: Ihr fehlt schlichtweg das Blut in den Adern.


Sie hat noch nie morgens um sieben am Küchentisch gesessen, den dritten kalten Kaffee getrunken und sich gefragt, wie sie Familie, Termine und Selbstständigkeit heute bitteschön unter einen Hut bringen soll. Sie hat noch nie eine Kundin im Zoom-Call erlebt, der sichtlich ein tonnenschwerer Stein vom Herzen fällt, wenn das Website-Chaos endlich gelöst ist. Sie kennt weder das Kribbeln vor einem großen Launch noch die nagenden Zweifel, wenn ein Projekt mal zäh wird.


Texte, die wirklich Vertrauen aufbauen, entstehen nicht aus Algorithmen. Sie entstehen aus gelebtem Leben.Sie brauchen Reibung, kleine Ecken und Kanten, einen ganz eigenen Tonfall und vor allem: echte Erfahrung.


Niemand bucht dich, weil deine Website den grammatikalisch fehlerfreiesten Text des Internets enthält.Kundinnen buchen dich, weil sie spüren, wer du bist und ob sie dir vertrauen können.


Mein Fazit: Ganz sicher nicht die Liebe meines Lebens

Vielleicht ist das die größte Erkenntnis nach zwei Jahren: Die Apokalypse ist bisher ausgeblieben. Da steht kein Terminator vor der Tür, der mir mein Business wegnimmt. Da sitzt nur ein ziemlich anstrengender,konfliktscheuer digitaler Mitbewohner auf meinem Bildschirm.


Ein Leben mit ihm ist okay. Ein Leben ohne ihn ganz genauso. Wenn er mir ab und zu den Alltag ein bisschen leichter macht: wunderbar, nehme ich mit. Aber die große Liebe meines Lebens? Beim besten Willen nicht.


Denn für eine echte Beziehung braucht es am Ende eben doch zwei Dinge: ein Rückgrat. Und einen echten Herzschlag.

Häufige Fragen zu KI, Texten und deiner eigenen Stimme


Merken Leserinnen eigentlich, wenn ein Text mit KI geschrieben wurde?

Fast immer. Nicht, weil irgendwo ein Stempel darauf klebt, sondern weil man es spürt. Reine KI-Texte klingen oft erstaunlich glatt, bemüht perfekt und seltsam distanziert. Es fehlen die kleinen Ecken, der persönliche Tonfall und echte Beispiele aus dem Alltag. Sobald du den Entwurf als rohes Gerüst nimmst und deine eigenen Worte, Zweifel und Erfahrungen hineinbringst, verschwindet dieser sterile Beigeschmack.


Welche Tools nutzt du dafür in deinem Alltag?

Ich arbeite im Alltag vor allem mit Claude und ChatGPT. Für das Sortieren von Gedanken, schnelle Listen oder den ersten Entwurf einer sachlichen E-Mail sind beide eine prima Hilfe. Welches Tool man wählt, ist am Ende reine Geschmackssache: Entscheidend ist nie die Software, sondern wie präzise du sie fütterst und wie gründlich du das Ergebnis anschließend selbst überarbeitest.


Schreibt die KI auch meine Website-Texte, wenn wir zusammenarbeiten?

Nein, keine Sorge. Wenn wir an deiner Website oder deinem Branding arbeiten, sitzen wir zwei am Tisch.Wenn du bereits Notizen oder erste Textbausteine mit KI vorbereitet hast, können wir die gerne als Ausgangspunkt nutzen. Aber im Projekt schmeißen wir glatte Werbehülsen konsequent heraus und feilen so lange an den Texten, bis dein Angebot glasklar nach dir klingt und deinen Besucherinnen Orientierung gibt.


Wie fange ich an, ohne dass meine Texte sofort künstlich klingen?

Nutze die KI nicht mit der Aufforderung: „Schreib mir einen Text über Thema X.“ Wirf ihr stattdessen deine echten Stichpunkte hin: Wie du arbeitest, was eine typische Frage deiner Kundinnen ist und welche Haltung du dazu hast. Bitte sie ausdrücklich darum, auf Werbefloskeln zu verzichten und keine Fakten zu erfinden.Den Entwurf, den du dann bekommst, liest du dir laut vor. Alles, was du einer Freundin am Telefon so nicht sagen würdest, streichst du rigoros wieder raus.



Wer hier schreibt


Hi, ich bin Nicole Sommer.


Brand- und Webdesignerin aus Schwabmünchen bei Augsburg. Ich mag klare Worte und Kundinnengespräche mit viel Gelächter. Im Gepäck: elf Jahre Selbstständigkeit, Fachwissen und ein paar Umwege, die ich heute beim besten Willen nicht mehr als Absicht verkaufen kann.


 



Wie wir zusammenarbeiten können


Wenn du dir eine Website wünschst, die deine echte Persönlichkeit zeigt und gleichzeitig die Vorzüge smarter Technik nutzt, ohne nach Roboter zu klingen: Genau so arbeite ich. Wir dürfen KI im Prozess gern als fleißige Assistentin nutzen, um Notizen zu sortieren oder erste Ideen gegen das leere Blatt zu sammeln. Aber das Fundament, deine Positionierung und das Design in Wix Studio entstehen 1:1 zwischen uns beiden aus Fleisch und Blut.


  • Website Realtalk: Du hast bereits eine Website auf Wix oder Wix Studio, aber sie bringt keine Anfragen? Nach meiner Vorabanalyse schauen wir in 60 Minuten ganz entspannt auf Design, Texte und Nutzerführung. Wir werfen glatte Floskeln raus und bringen deine echte Handschrift hinein, inklusive Fahrplan als PDF mit priorisierten Schritten.


  • Onepage Wonder: Dein kompakter Start inklusive feinem Mini-Branding mit Wortmarke, Farben und Schriften sowie einer aufgeräumten Onepage-Website in Wix Studio, perfekt für ein einzelnes Kernangebot, das sofort sitzt.


  • Love at First Site: Deine mehrseitige Website inklusive abgestimmtem Brand Design, mit viel Raum für deine Angebote, klarer Struktur und Texten, die deinen Besucherinnen die Orientierung leicht machen.


Lass uns in einem kurzen Kennenlernen ganz unverbindlich herausfinden, was dein Auftritt gerade braucht.


 
 
 

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